Arbeitsgruppe Stadt- und Bevölkerungsgeographie

14.05.2018: Dr. Sebastian Schipper (Goethe-Universität Frankfurt): Wohnraum dem Markt entziehen? Wohnungspolitik und städtische soziale Bewegungen in Tel Aviv

08.05.2018

Angesichts steigender Mieten und Wohnungspreise haben sich in den letzten Jahren vielerorts soziale Proteste gegen die Neoliberalisierung der Wohnraumversorgung formiert. Am Beispiel von Tel Aviv-Jaffa wird diskutiert, inwiefern solche Widerständigkeiten eine signifikante Abweichung von Prozessen der Vermarktlichung und Privatisierung anstoßen können. Gelingt es städtischen sozialen Bewegungen, darauf hinzuwirken, dass die Versorgung mit Wohnraum der Marktlogik entzogen und aus Kreisläufen der Kapitalverwertung herausgenommen wird? Zeichnen sich in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen Konturen eines entstehenden postneoliberalen Regimes der Dekommodifizierung des Wohnens ab? Im Sinne einer aktivistischen Stadtforschung wird herausgearbeitet, welche politischen Alternativen zur Realisierung bezahlbaren Wohnraums in den sozialen Kämpfen zum Vorschein kommen, und strategisch nach ihrer Durchsetzbarkeit gefragt.

Dr. Sebastian Schipper forscht und lehrt am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main zu Fragen der Stadtpolitik, der politischen Ökonomie des Wohnens, Gentrifizierung und städtischen sozialen Bewegungen.

14.05.2018

16.15 – 17.45 Uhr

Ludewig-Meyn-Straße 12, Hörsaal Geographie (R.09)