Arbeitsgruppe Stadt- und Bevölkerungsgeographie

Stadterweiterung durch Großprojekte: Akteure, Interessen und Strategien am Beispiel von Santiago de Chile

Das Dissertationsprojekt hat die akteursorientierte Analyse der Planung von städtebaulichen Großprojekten am Stadtrand von Santiago de Chile zum Gegenstand. Wie in anderen Metropolen der Region, entstehen in Santiago seit mehreren Jahren private Großprojekte einer 'Qualität', die mit hergebrachten Mustern der Stadtentwicklung brechen. Häufig über erhebliche Mengen an internationalem Finanz- und lokal verankertem Sozialkapital verfügende private Immobilienentwickler initiieren, planen und implementieren auf der 'grünen Wiese' neue Stadtviertel als Paketlösung, d.h. Wohnprojekte für je bis zu 100.000 Einwohner mitsamt Versorgungs-, Verkehrs- und Sozialinfrastruktur. Während die zuständigen staatlichen Behörden auf regionaler und nationaler Ebene diese Form des privaten, inselhaften Städtebaus fördern und zur offiziellen Stadtentwicklungspolitik machen, haben es sowohl die lokalen Behörden in den betroffenen Bezirken als auch Anwohner und andere zivilgesellschaftliche Akteure zunehmend schwer, ihren Interessen nennenswert Gehör zu verschaffen.

Am Beispiel von zwei Kommunen, die besonders starkem Entwicklungsdruck unterliegen, und wo eine ganze Reihe von privaten Großprojekten schon entstanden oder kurz vor Baubeginn sind, werden die Interessen, Strategien und Handlungsrationalitäten der einzelnen öffentlichen und privaten Akteure im Zusammenspiel der unterschiedlichen Handlungsebenen (lokal, regional, national) untersucht. Inwiefern institutionalisiert sich in Santiago ein neuer Modus öffentlich-privater Stadtrandentwicklung, und was bedeutet dies für – in Chile auf urbaner Ebene aktiv propagierte – Grundsätze demokratischer Entscheidungsfindung wie Partizipation und Transparenz?

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Michael Lukas

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Ina v. Schlichting

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