Arbeitsgruppe Stadt- und Bevölkerungsgeographie

Urbane Konflikte in Santiago de Chile und Buenos Aires. Zum Wandel von Rahmungen und politischen Praktiken in der Stadtentwicklung durch soziale Bewegungen und Bürgerinitiativen.

Stadtentwicklungskonflikte in Lateinamerika sind geprägt von wach­sen­den Widerständen gegen neoliberale städtische Logiken. Dabei fällt auf, dass eine Gegen­über­stellung unter­schiedlicher Widerstandsformen und der damit verbundenen poli­tischen Auswirkungen bis­lang wenig Berücksichtigung in der Forschung fand. Während mittlere (bis höhere) Einkommens­schichten mehr Mitsprache bei Themen wie bauliche Ver­dichtung und Hochhaus­bau fordern, beziehen sich die For­derungen marginalisierter Schichten auf Themen wie den Zugang zu menschenwürdigem Wohnen, Gentri­fizierung und Verdrängung. Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, inwieweit urbane Konflikte zu einem Wandel von stadtpolitischen Arrangements und zu einer Emanzipierung des Städtischen in entpolitisierten urbanen Konstellationen beitragen. Dafür werden in Santiago de Chile und in Buenos Aires vier Konflikte unter­sucht. In jeder Stadt verorten sich ein Konflikt in einem Stadtteil der (oberen) Mittelschicht und ein weiterer in einem ärmeren bis sozial heterogenen Teil der Stadt. Theoretisch-konzeptuell bedient sich die Studie vor allem Ansätzen radikaler Demokratie und raumbezogener contentious politics. Um die zentrale Forschungs­frage zu beantworten, wird eine Rahmenanalyse durchgeführt.

Förderung: Elsa Neumann Stipendium, Exzellenzinitiative der Humboldt Universität zu Berlin: 2010-2014

Wissenschaftliche Mitarbeiterin --> Dr. Corinna Hölzl